Werden Internetmarken abgestempelt?

Wurden Briefmarken vor wenigen Jahrhunderten noch mit dem Postkutscher befördert und die Bezahlung durch einen Stempelaufdruck quittiert, kommen seit Mitte des 19. Jahrhunderts Briefmarken zum Einsatz. Diese werden mittlerweile nicht mehr nur in den Postfilialen, sondern auch via Internet verkauft. Die Deutsche Post AG hat zur Ausweitung ihrer Servicedienstleistungen die Internetmarke entwickelt. Aber welche Daten werden bei dieser Marke gespeichert? Lässt sie sich noch ein zweites Mal verwenden? Werden Internetmarken abgestempelt? Diese Fragen beantworteten wir Ihnen im Folgenden.

Welche Daten enthält eine Internetmarke?

Die Internetmarke ist mit einem Postmatrix-Code ausgestattet. Diesem werden zwei Striche senkrechte Striche vorangestellt. Diese sorgen dafür, dass der Matrixcode in den posteigenen Briefzentren aufgespürt und identifiziert wird. Jede Marke ist mit einer 20-stelligen Identifikationsnummer ausgestattet, die ersten zehn Stellen dieser Nummer ermöglichen eine genaue Kennzeichnung des registrierten Nutzers/Absenders. Bei den weiteren zehn Stellen handelt es sich um eine fortlaufende Nummerierung. Durch die Identifikationsnummer ist in den Briefzentren eine digitale Registrierung des Briefportos gegeben. Dadurch lässt sich eine Mehrfachnutzung der Internetmarken erkennen, die entsprechend unterbunden wird. Entweder werden diese Briefsendungen zurück an den Absender geschickt, mit der Aufforderung, die Sendung entsprechend nachzufrankieren, oder das Porto wird beim Empfänger kassiert. Meist erfolgt allerdings eine Rücksendung. Somit wäre auch gleich die Frage, ob die Marken ein zweites Mal verwendet werden können, mit einem klaren „Nein“ beantwortet.

Neben dem Postmatrix werden zudem auch noch der Erstellungsmonat- und das Erstellungsjahr in die Internetmarke eingefügt.

Internetmarken können auch um fotografische Motive ergänzt werden. Hier besteht sowohl die Möglichkeit, auf viele Vorlagen der Deutschen Post AG zurückzugreifen. Wer also mal eine eigene Briefmarke gestalten möchte, dem bietet sich hier eine passende Möglichkeit.

Welche Daten können der Internetmarke noch hinzugefügt werden?

Wer möchte, kann auch die Adress- und Absenderangaben mit in die Internetmarke integrieren und erspart sich so den Ausdruck eines separaten Adressetiketts. Allerdings ist in diesem Fall kein Motivdruck möglich. Die Internetmarke kann sowohl auf normalem Papier als auch auf Etiketten (Labeldruck) ausgedruckt werden. Wer möchte, kann auch mehrere Marken gleichzeitig ordern. Diese werden dem Kunden als PDF-Dokument an die hinterlegte E-Mail-Adresse zugesandt. Zuvor sind allerdings die Einrichtung eines entsprechenden Kontos und die Aufbuchung eines Guthabens von mindestens 10 Euro notwendig. Dies kann beispielsweise durch Bezahlsysteme wie PayPal, Sofortüberweisung oder Giropay erfolgen. Natürlich ist auch eine normale Überweisung vom Bankkonto aus möglich, allerdings müssen dann die Bankbearbeitungstage mit beachtet werden. Erst wenn die Gutschrift eingegangen ist, ist das Guthaben verfügbar.

Werden Internetmarken abgestempelt?

Es kann zwar ab und zu einmal vorkommen, dass eine Internetmarke abgestempelt wird, aber Standard ist dies nicht. Die Daten der Postmatrix werden von den Sortiermaschinen eingelesen und registriert. Eine Abstempelung ist somit nicht mehr notwendig. Durch die Registratur wurden die Marken ja bereits entwertet und können deshalb kein zweites Mal verwendet werden.

Fazit

Wer nur wenig Briefpost versendet, ist sicher mit herkömmlichen Briefmarken besser bedient. Werden aber regelmäßig Briefsendungen, Büchersendungen oder Postkarten verschickt, sind Internetmarken ideal. Sie sparen sich somit lange Wartezeiten am Postschalter, um die notwendigen Marken nachzukaufen, können ganz individuell frankieren (also beispielsweise normale Briefe, Großbriefe und Büchersendungen gleichzeitig) und können das benötigte Porto genau auswählen. Für größere Unternehmen, Behörden und Arztpraxen, die Befundberichte versenden, ist der Einsatz eines Frankiergerätes zu empfehlen.

Nicht unerwähnt bleiben soll auch, dass die Post auch bei umfangreicherer Nutzung der Internetmarke keinen Rabatt gewährt, was bei einem Einsatz von Frankiermaschinen aber durchaus möglich ist, sofern bestimmte Stückzahlen pro Einlieferung erreicht und die Sendungen nach Postleitzahl vorsortiert zum Postschalter gebracht werden.

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