Wann wurde der Stempel erfunden?

Heutzutage sind Stempel kaum noch aus dem beruflichen und privaten Umfeld wegzudenken. Fast jeder hat schon einmal einen Adress-, Datum- oder Motivstempel in den Händen gehalten. Besonders in der Buchhaltung kommen viele verschiedene Stempel zum Einsatz. Sicher wird sich schon mancher die Frage gestellt haben: Wann wurde der erste Stempel erfunden?

Geschichtliches

Es ist davon auszugehen, dass Stempel schon über Jahrtausende hinweg genutzt wurden. So war es den Menschen beispielsweise möglich, Münzen mit einem Stempel zu prägen, aber auch Keramik und Ton mit verschiedenen Motiven zu verzieren. Der erste noch erhaltene Stempelabdruck wird dem „Diskos von Phaistos“ zugeschrieben, der im Jahr 1908 von italienischen Archäologen auf der Insel Kreta gefunden wurde. Die Entstehung dieser aus Ton gebrannten Scheibe wird auf den Zeitraum 1.600 bis 1.700 vor Christus datiert, sie ist im Archäologischen Museum Iraklio auf Kreta ausgestellt.

Woraus bestanden die ersten Stempel?

Bestehen Stempel heutzutage entweder aus einem Holzkörper oder einem Kunststoffgehäuse sowie einer Stempelplatte aus Gummi, so wurden früher die Wörter, Zahlen oder Motive per Hand in das Holz geschnitzt oder in Metall eingraviert. In einigen Fällen wurde erhitztes Metall in entsprechende Formen gegossen, die bereits mit dem gewünschten Schriftzug oder Motiv versehen waren.

Wann kam der erste Stempel in Deutschland zum Einsatz?

Auf deutschem Gebiet wurde der erste Stempel spätestens zu Beginn des 12. Jahrhunderts entwickelt, es ist aber davon auszugehen, dass sie auch hier wesentlich eher zum Einsatz kamen. Im Jahr 1119 entstand in einem Kloster unweit von Regensburg die Prüfeninger Weiheinschrift mit Einbuchstaben-Stempeln. Unter Umständen können diese Einbuchstaben-Stempel auch als Vorläufer des von Johannes von Gutenberg entwickelten Buchdrucks mit beweglichen Lettern angesehen werden.

Zu den direkten Vorgängern des heute bekannten Stempels gehört das Siegel bzw. die Petschaft. Bei einer Petschaft wird der Siegelring in heißes Wachs getaucht und dann das Dokument mit dem Abdruck verschlossen. So wahr gewährleistet, dass kein Unbefugter Einsicht erhielt, ohne die Petschaft zu zerstören.

Es ist nachgewiesen, dass im 15. Jahrhundert in Venedig Stempel für das Postwesen Verwendung fanden.

Stempel im Postwesen

Mitte des 17. Jahrhunderts kamen dann in Holland erste Gebührenstempel, mit denen der Empfang von Zahlungen bestätigt werden konnte, zu ihrem Einsatz. Mit einem „Bezahlt“-Stempelaufdruck konnten beispielsweise Postsendungen versehen und damit nachgewiesen werden, dass das Porto an den Kutscher entrichtet wurde. Seit dem 19. Jahrhundert kommen Stempel nun verstärkt im Postwesen zum Einsatz und sind heutzutage in dieser Branche kaum wegzudenken, auch wenn die Postsortierung und -stempelung nunmehr vollautomatisch erfolgt.

Weitere Nutzungsmöglichkeiten

Auch in vielen anderen Bereichen möchte man Stempel heutzutage nicht mehr missen, sei es nun in der Buchhaltung, beim Steuerberater, in der Rechtsanwaltskanzlei, bei Behörden oder auch im privaten Umfeld. Während heute für den Stempelabdruck spezielle Stempelfarbe verwendet wird, nutzte man früher herkömmliche Tinte oder andere, natürliche Essenzen.

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