IPPC Stempel

Die Abkürzung IPPC stammt aus dem Englischen und steht für „International Plant Protection Convention“, bei der es sich um ein internationales Pflanzenschutzübereinkommen handelt. Dieses Abkommen beinhaltet unter anderem Vereinbarungen zum Holzverpackungsmaterial, um den Quarantänevorschriften der jeweiligen Länder zu entsprechen. Durch IPPC Stempel, die auf den Holzkisten aufzudrucken sind, wird die Einhaltung dieser Standards bescheinigt.

Aufbau

Für das Aufbringen der IPPC Stempelabdrucke werden in der Regel Elektrostempel, die mit Batterien betrieben werden, verwendet. Bei diesen Modellen erfolgt die Gestaltung des Druckbildes am Rechner, die Daten werden dann mittels USB oder Bluetooth auf das Gerät übertragen. Natürlich kommen auch noch konventionelle Stempel, wie z.B. Holzstempel zum Einsatz, bei diesen ist aber eine Abänderung der Daten nicht möglich.

Erklärung des Stempelabdruckes

Der Stempel ist in zwei Bereiche unterteilt. Auf der linken Seite sind eine stilisierte Ähre und der Schriftzug IPPC zu sehen. Auf der mit einem durchgehenden Strich abgegrenzten rechten Seite finden sich die

  • Kürzel des Herstellungslandes und des Bundeslandes,
  • die genaue Registriernummer und
  • die Kürzel HT (Hitzebehandlung/Heat Treatment) beziehungsweise MB (Methylbromid Begasung).

Wurden Artikel beispielsweise in Baden-Württemberg hergestellt und nun in den Export gebracht, so muss der IPPC Stempel Abdruck die Kürzel DE BW, die Registriernummer und die Kürzel HT oder MB enthalten. Die Begasung mittels Methylbromid verlor ihre Zulassung mit Wirkung zum 31. August 2006.

Die Bestimmungen der einzelnen Länder unterscheiden sich teilweise sehr deutlich.

Einzuhaltende Vorschriften nach IPPC bzw. ISPM 15

Entsprechend des ISPM 15 (Internationaler Standard für Pflanzenschutzmaßnahmen), die durch das internationale Pflanzenschutzabkommen festgelegt wurden, sind bei der Verwendung von Verpackungsmaterialien aus Nadel- oder Laubholz verschiedene Kriterien einzuhalten. Zu diesen gehören unter anderem:

  • Das Holz darf keinen Schädlingsbefall aufweisen und muss vollständig von Rinde befreit sein.
  • Das Material muss einer Hitzebehandlung standhalten, die Kerntemperatur von 56 Grad muss über einen Zeitraum von mindestens 30 Minuten gehalten werden.
  • Das verwendete Holz muss einen IPPC Stempel tragen.
  • Die Verwendung roter Farbe ist nicht gestattet.

Ein bestimmter Holzfeuchtegrad ist nicht vorgeschrieben, auch die Ausstellung eines zusätzlichen Pflanzengesundheitszeugnisses ist nicht notwendig.

Der IPPC Stempel muss auf zwei gegenüberliegenden Seiten angebracht werden. Zugleich ist ein Stempelabdruck auf dem jeweiligen Lieferschein notwendig.

Liegt die Stärke des Holzes bei weniger als 6 mm, unterliegt es nicht den Bestimmungen des ISPM 15. Gleiches gilt auch für verschiedene Holzwerkstoffe wie beispielsweise Span- und Faserplatten sowie Sperrholz.

Vorteile

Durch den Einsatz der IPPC Stempel ist eine bessere Kontrolle der Holzumverpackungen möglich. Gerade aufgrund der Globalisierung dürfen Holzverpackungsmaterialien keinen Schädlingsbefall aufweisen. Die Verpackungsmaterialien müssen den international festgelegten Bestimmungen entsprechen. Zugleich haben einige Länder aber auch zusätzliche Bestimmungen erlassen, deren Nichteinhaltung entweder die Rücksendung der Ware oder deren direkte Vernichtung vor Ort zur Folge hätte. Australien verlangt beispielsweise beim Versand von Sperrholz, dass dieses innerhalb von drei Monaten nach Herstellung verschickt werden muss, bei einigen Ländern hat es die Frist sogar auf 21 Tage begrenzt.

Durch den Stempel ist die Vorlage von Pflanzengesundheitszeugnissen nicht mehr notwendig. Die Ein- und Ausfuhr der Waren wird wesentlich erleichtert, ist durch die Kennzeichnung doch eine schnellere Löschung und Überprüfung der Fracht möglich.

Von Vorteil ist zudem, dass die Gültigkeit der IPPC-Behandlung unbefristet ist. Zudem legt diese keinen genau definierten Holzfeuchtegrad fest.

Nachteile

Die Stempel müssen so auf den Holzverpackungen angebracht werden, dass sie sofort nach dem Öffnen des Containers sichtbar sind. Natürlich müssen sie auch vollständig lesbar sein. Wird eine Holzumverpackung weiterverwendet, so muss auch dann auf die Lesbarkeit des Stempels geachtet werden. Wahrscheinlich ist es dann auch sinnvoll, einen weiteren Stempelabdruck aufzubringen, wenn die Verpackung von einem Unternehmen aus einem anderen Land für die Verpackung von Gütern genutzt wird.

IPPC Stempel - Nutzungsmöglichkeiten

IPPC Stempel werden für den internationalen Warentransport benötigt. Sie sind auf Holzverpackungsmaterialien, die aus Laub- oder Nadelholz gefertigt werden, anzubringen. Wie groß die Verpackungen ausfallen, spielt hierbei keine Rolle.

Durch den Einsatz der IPPC Stempel wurde der Im- und Export von Artikeln wesentlich vereinfacht. Durch sie wird nachgewiesen, wo die Verpackungskisten hergestellt wurden, wer die Produktion kontrolliert und welche Verfahren zum Einsatz kamen.

Sehr gern wird für das Aufbringen des IPPC Stempelabdrucks der mobile InkJet Drucker REINER 940 genutzt, der natürlich auch für viele weitere Arten an Stempelabdrücken verwendbar ist.

Synonyme

IPPC Stempel, Elektrostempel, Signierstempel, InkJet Stempel, Reiner, IPPC, ISPM 15,

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Standard_f%C3%BCr_Pflanzenschutzma%C3%9Fnahmen
https://de.wikipedia.org/wiki/Internationales_Pflanzenschutz%C3%BCbereinkommen
http://www.winter-und-freis.de/ippc-standard.php


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