Gutenberg

Johannes Gutenberg, der mit bürgerlichem Namen Johannes Gensfleisch hieß, gilt als der Erfinder des modernen Buchdruckes. Er entwickelte nicht nur die beweglichen Lettern, sondern erfand auch das dafür benötigte Handgießinstrument und eine damals neuartige Druckerpresse. Über sein Leben und Wirken gibt es allerdings nur wenige und zumeist auch ungenaue zeitliche Informationen.

Kurzer Lebenslauf

Als Geburtszeitraum werden die Jahre 1397 bis 1400 angegeben. Einer anderen Quelle zufolge kann auch das Jahr 1408 als Geburtsjahr infrage kommen. Die Gutenberg-Gesellschaft beschloss Ende des 19. Jahrhunderts, die Geburt auf das Jahr 1400 festzulegen. Nahezu sicher ist, dass Johannes Gensfleisch als Kind des Patriziers und Kaufmanns Friedrich Gensfleisch und dessen Ehefrau Else Wirich auf dem Hof zu Gutenberg in Mainz geboren wurde. Hier verstarb er auch am 03. Februar des Jahres 1468. Zum damaligen Zeitpunkt war es durchaus üblich, den Ort der Geburt im Namen zu erwähnen.

Über seine Kindheit und Schulbildung ist fast nichts bekannt. Zwar sind Ableitungen aus verschiedenen Schriftstücken und zeitgeschichtlichen Informationen möglich, ob diese aber auch auf Gutenberg zutreffen, ist nicht nachweisbar.

Seine Erfindungen

Etwa um das Jahr 1450 herum erfand Johannes Gutenberg den Buchdruck mittels beweglichen Lettern (Buchstaben und Zeichen). Bislang war das Vervielfältigen von Druckwerken nur durch Holzschnitte, Stempel oder Abschriften per Hand möglich.

Auch die für die Herstellung der Lettern notwendige Legierung erfand er. Diese Legierung bestand unter anderem aus Zinn, Blei und Antimon. Zugleich entwickelte er eine ölhaltige Tinte, welche für das Drucken mit Metalllettern ideal war. Diese wiederum füllte er in das von ihm entwickelte Handgießinstrument.

Auch die notwendige Druckerpresse, die für die Anfertigung zahlreicher Drucke notwendig war, gehört zu seinen Erfindungen.

Herstellung der beweglichen Lettern

Wie bereits erwähnt, bestanden die Lettern aus einer speziellen Legierung, für die unter anderem Zinn, Antimon und Blei verwendet wurde. Die Lettern selbst wurden mittels Gussverfahren hergestellt. Dazu arbeitete Gutenberg aus kleinen, identischen Metallblöcken für jedes Zeichen und jeden Buchstaben eine erhabene Form an, welche auch als Patrize bezeichnet wird. Diese Form, auf der das Zeichen übrigens seitenverkehrt aufgebracht war, wurde dann in Kupfer eingeschlagen. Die so erhaltene tiefe Form (Matrize) wurde die flüssige Legierung gegossen. Sobald die Formen erkaltet waren, wurden die einzelnen Typen so bearbeitet, dass sie die gleiche Länge erreichten, und dann in speziellen Setzkästen einsortiert.  

Zusammenfügen zu einem Druckbild

Um ein einheitliches Druckbild zu erreichen, wurden die einzelnen Lettern mittels Winkelhakens zu ganzen Zeilen zusammengefügt. Um einen Abstand zwischen den Buchstaben und Zeilen zu erreichen, wurde sogenanntes Blindmaterial eingearbeitet. Mittels sogenanntem Setzschiff wurden die Zeilen zu einer Spalte oder Seite zusammengesetzt. Die Lettern wurden dann mit Druckfarbe bestrichen und in die ebenfalls von Gutenberg entwickelte Druckerpresse eingelegt. War das Papier danach getrocknet, schlossen sich die Poren wieder und sorgten so für eine Konservierung der verwendeten Tinte.

Bevor man nun mit dem Druck beginnen konnte, musste noch das Papier angefeuchtet werden. So wurde erreicht, dass sich die Poren des Papiers öffneten und sich so mit Tinte vollsogen.

Druckerfarbe

Bis Mitte des 15. Jahrhunderts verwendete man eine sehr dünnflüssige Tinte, die sich für Holzdrucke optimal eignete. Für den Buchdruck durch bewegliche Metalllettern entwickelte Johannes Gutenberg auf der Basis von Ruß und Leinölfirniß eine wesentlich zähflüssigere Tinte.

Berühmte Druckwerke Gutenbergs

Besonders berühmt ist die sogenannte Gutenbergbibel, die je Seite 42 Zeilen umfasst und deren Entstehung auf den Zeitraum zwischen 1452 und 1454 datiert wird. Insgesamt wurden von diesem Werk etwa 180 Abzüge gedruckt, davon etwa 150 auf Papier und 30 auf Pergament. An der Herstellung der Drucke waren etwa 20 Angestellte beteiligt. Derzeit sind noch 49 Gutenbergbibeln – teilweise nur in Fragmenten - erhalten und archivarisch erfasst.

Zu den weiteren bekannten Druckwerken Gutenbergs gehören unter anderem

  • Drucke der lateinischen Grammatik „Ars minor“ (die auch als Donate bezeichnet werden) des römischen Grammatikers Aelius Donatus,
  • Zahlreiche Ablassbriefe,
  • Der Türkenkalender des Jahres 1455,
  • Der Türkenbulle,
  • Aderlass- und Laxierkalender sowie
  • Der Astronomische Kalender.

Wissenswertes

Wer sich über das Leben und Wirken Gutenbergs informieren möchte, der sollte das in Mainz beheimatete Gutenberg-Museum besuchen. Hier können unter anderem eine originalerhaltene Gutenberg-Bibel, aber auch ein Nachbau der damals verwendeten Druckerpresse bestaunt werden.

Im Jahr 1997 kürte das US-Magazin Time-Life Gutenbergs Buchdruck zur „Bedeutendsten Erfindung des zweiten Jahrtausends“. Zwei Jahre später kürte der amerikanische Kabelsender „A&E Network“ Johannes Gutenberg zum „Mann des Jahrtausends“. In der ZDF-Fernsehreihe „Unsere Besten“, die im Jahr 2003 ausgestrahlt wurde, rangierte Johannes Gutenberg auf Rang 8

Synonyme

Johannes Gutenberg, Gutenberg, Gutenberg Bibel, Gutenbergbibel, Johannes Gensfleisch, Buchdruck, bewegliche Lettern,

Quellen

http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Gutenberg
http://www.gutenberg-museum.de/index.php?x=3&y=8&z=0&zz=0
http://de.wikipedia.org/wiki/Gutenberg-Bibel#Exemplare_der_Gutenberg-Bibel_heute
http://www.zdf-jahrbuch.de/2003/programmarbeit/arens.htm


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