Gravuren

Bei Gravuren handelt es sich um eingeschnittene Ornamente, Verzierungen oder Schriftzüge, welche beispielsweise verschiedenste Metalle (Edelstahl, Messing, Kupfer et cetera), Glas und andere feste Stoffe zieren können. Diese Tätigkeiten werden von ausgebildeten Graveuren vorgenommen.

Aufbau

Gravuren können heutzutage entweder manuell oder von speziellen Maschinen gefertigt werden. Letztere werden teilweise computergesteuert. Im Gegensatz zum Einritzen und anderen Verfahren entstehen bei der Gravur Späne, die beseitigt werden müssen. Bei der Gravur handelt es sich keinesfalls um ein neuartiges Verfahren, denn sie wird schon über einen äußerst langen Zeitraum angewandt.

Geschichte der Gravur

Frühe Arten der Gravur lassen sich bis in das Pleistozän, also einen Zeitraum, der vor etwa 2,5 Millionen Jahren begann und bis etwa zum Jahr 9700 vor Christus reichte, zurückverfolgen. Viele auch heute noch erhaltene Höhlenzeichnungen konnten nur mittels Feuerstein in die Wände eingeritzt werden. Vor vielen Jahrhunderten verzierten Menschen verschiedene Gefäße, beispielsweise aus Ton, aber auch andere Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens mit kunstvollen Mustern und Ornamenten. Einfache Werkzeuge erhielten ebenfalls fantasievolle Ornamente und Gravuren. Sicher konnte so auch der Eigentümer der Werkzeuge und Waffen schnell und effektiv nachgewiesen werden.

Seit mehr als 6.000 Jahren werden auch Gegenstände aus Metall mit verschiedenen Gravuren versehen. Damals ging man dazu über, verschiedene Legierungen zu schaffen, indem man beispielsweise Kupfer Zinn beifügte und somit Bronze schuf. In der damals verwendeten Zusammensetzung war Bronze für das Einarbeiten von Gravuren nahezu ideal. Zum Bearbeiten des Metalls verwendete man damals sogenannte Punzen und einen Hammer.

Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die CNC-Maschinen entwickelt, die eine immer präzisiere maschinelle Gravur ermöglichen. Die Gravur per Hand hingegen wird naturgemäß immer etwas vom Ideal abweichen, was aber zur Individualität beiträgt.

Gravurarten

Im Laufe der Zeit entwickelten sich eine Vielzahl an Gravurarten, die vor allem von Künstlern eingesetzt wurden. Als Beispiel seien hier der

  • Kupferstich,
  • Reliefstich,
  • Flachstich,
  • Holzstich und
  • Stahlstich

erwähnt.

In der heutigen Zeit werden Gravuren vielfach maschinell mittels Laser aufgebracht. Diese sorgen für eine immer größere Genauigkeit bei gleichbleibendem Druck.

Vorteile

Die Gravur lässt sich sehr vielseitig nutzen. So werden beispielsweise in Eheringen der Namen des Partners und das Datum der Hochzeit eingearbeitet. Viele Unternehmen lassen sich Metallschilder anfertigen, auf denen die vollständige Unternehmensbezeichnung und weitere Daten durch Gravur eingearbeitet wurden.

Gravuren können nicht nur in verschiedene Metalle, sondern auch in Holz und Glas eingearbeitet werden.

Für die Prägung von Münzen müssen die Rohlinge mit der entsprechenden Gravur versehen werden. Gleiches gilt auch bei Briefmarken und Visitenkarten sowie Medaillen, die eine entsprechende Vorlage benötigten, welche dann wiederum eine Vielzahl an Abzügen ermöglicht. Pokale werden ebenfalls mit einer Gravur versehen. Bestes Beispiel sind dabei sicherlich die Fußballbundesliga Meisterschale und der DFB-Pokal, in die der aktuelle Meister beziehungsweise Gewinner des Finales eingraviert werden.

Nachteile

Das Verfahren der Gravur bringt heutzutage nur wenige Nachteile mit sich. Mussten früher alle Punzen beziehungsweise Stichel von Hand hergestellt werden, werden sie heutzutage durch einen Laserstrahl ein- oder aufgebracht.

Ist der eingravierte Schriftzug nicht mehr aktuell, lässt er sich allerdings nur sehr schwer wieder entfernen. Hier müsste das Material entsprechend abgeschliffen und gegebenenfalls neu aufgearbeitet werden, bevor ein weiterer Schriftzug aufgebracht werden kann.

Nutzungsmöglichkeiten von Gravuren

Die Technik des Gravierens wird in vielen Bereichen genutzt. So können beispielsweise Gegenstände wie

  • Firmenschilder aus Aluminium oder Blech,
  • Gläser,
  • Glasflaschen,
  • Glastische,
  • Holzbrettchen,
  • Holzschilder und
  • Andere Gegenstände wie Gartengeräte (Spaten, Schaufeln et cetera)

mit einer Gravur versehen werden.

Bildhauer und Steinmetze hingegen arbeiten Schriftzüge meist immer noch von Hand heraus und nutzen dafür verschiedene Stichel und Hämmer.

Unterschiedliche Spezialgebiete

Bei der Gravur wird zwischen verschiedenen Spezialgebieten unterschieden. So kommt das Verfahren unter anderem

  • Im Stahlbereich,
  • Im Formenbau,
  • Beim Blind-, Walzen-, Schwarz- und Golddruck,
  • Bei der Verzierung von Schmuckstücken,
  • Der Herstellung von Siegelstempeln und
  • Der Produktion von Schrifttypen

zum Einsatz.

Synonyme

Gravur, Lasergravur, Graveur, Handgravur, CNC-Maschine,

Quellen

http://www.simonschaller.ch/gravur/geschichte.php
http://de.wikipedia.org/wiki/Gravur

 


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