Goldschmiedestempel

Auf nahezu jedem Schmuckstück, welches aus hochwertigem Gold oder Silber angefertigt wird, sind Angaben zum Gehalt dieses Edelmetalls zu finden. Um diese Angaben aufprägen zu können, werden Goldschmiedestempel, die auch als Feingehaltsstempel bezeichnet werden, eingesetzt.

Aufbau

Bei dem Goldschmiedestempel handelt es sich um eine sogenannte Punze, mit der der Feingehalt auf Schmuck, Uhren und Geräten eingeprägt wird. Der Feingehalt wird dabei in Tausendteilen angegeben.

Der Stempelkörper wird aus Werkzeugstahl gefertigt und ist in mehreren Formen erhältlich. Am bekanntesten sind die gerade und die Knieform. Letztere wird unter anderem für die innen anzubringende Kennzeichnung von Ringen verwendet.

Goldschmiedestempel können übrigens mit verschiedenen Symbolen versehen sein. Soll allerdings ein Schmuckstück – beispielsweise ein Ring – aus Gold oder Silber mit Angaben zum Feingehalt versehen werden, ist es in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, dass der Feingehalt mindestens 585 (Gold) beziehungsweise 800 Tausendteile (Silber) betragen muss. Nur goldene oder silberne Schmuckstücke dürfen zudem mit einem Halbmond, einer Sonne und der Reichskrone versehen werden und müssen zusätzlich die Angaben zum Feingehalt aufweisen.

Geschichtliches

Erfolgte die Anfertigung der Stempel bis vor einiger Zeit durch speziell ausgebildete Stahlgraveure, kommen dafür heutzutage spezielle technische Geräte, beispielsweise Fräsen, Matrizen oder Laser zum Einsatz. Eine weitere Bearbeitungsmöglichkeit stellt das Funkenerodieren dar. Dieses Verfahren ist bereits seit dem Jahr 1770 bekannt.

Natürlich fertigen Goldschmiede selbst auch eigene Stempel an, mit denen sie Schmuckstücke verzieren. Bei der Herstellung von Meisterzeichen und Firmensymbolen muss noch besonders großer Wert auf einen optimalen Abdruck gelegt werden, deshalb werden diese Stempel meist weiterhin von Stahlgraveuren angefertigt.

Vorteile

Die Vorteile eines Goldschmiedestempels liegen quasi auf der Hand. So kann durch ihn jederzeit der Nachweis erbracht werden, welchen Feingehalt das goldene oder silberne Schmuckstück aufweist. Zudem kann der Goldschmied natürlich weitere Stempel anfertigen, um selbst kreierte Schmuckstücke zu verschönern.

Ein weiterer Vorteil liegt natürlich in der Wiederverwendbarkeit. Während die Gravur von Hand ein Unikat darstellt, kann der Stempel aus Werkzeugstahl mehrere Hundert oder gar Tausend Mal eingesetzt werden.

Die einfache Handhabbarkeit des Stempels spricht ebenfalls für sich. So kann er entweder mit dem Hammer oder einem anderen Werkzeug auf das zu bearbeitende Schmuckstück aufgedrückt oder – bei besonders nachgiebigen Materialien – sogar von Hand angebracht werden.

Nachteile

Goldschmiedestempel sind wirklich nur für die Bearbeitung und Kennzeichnung von Schmuckstücken verwendbar. Zudem können die herausgearbeiteten Ziffern, Zeichen und Symbole nicht ausgetauscht werden, wie es bei herkömmlichen Stempelkörpern aus Holz oder Kunststoff der Fall ist. Natürlich besteht aber die Möglichkeit, die vorhandenen Ziffern abzufräsen und neue aufprägen zu lassen, um den Stempel dann einer weiteren Verwendung zuzuführen.

Goldschmiedestempel - Nutzungsmöglichkeiten

Goldschmiedestempel werden vor allem für die Kennzeichnung von Schmuckstücken verwendet. Sie bestehen aus einzelnen Ziffern, Zahlen oder Symbolen, welche auch miteinander kombiniert werden können.

Viele Goldschmiede fertigen eigene Firmenstempel an, die sie dann direkt neben dem Feingehaltsstempel und eventuell dem Halbmond, der Sonne und der Reichskrone aufbringen können.

Auch für das Bedrucken weiterer Materialien – als Beispiel seien hier Kartonagen genannt – sind die Feingehalts- beziehungsweise Goldschmiedestempel geeignet.

Synonyme

Feingehaltsstempel, Goldschmiedestempel, Goldschmiede Stempel, Stempel Feingehalt, Prägestempel, Punze, Punzierungsstempel, Meisterstempel, Schmuckstempel, Schlagstempel,


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