Flexograf/Flexografin

Der Begriff Flexografie steht für die Herstellung von Stempeln. Ein Flexograf respektive eine Flexografin kann also umgangssprachlich als Stempelmacherin bezeichnet werden. Seit dem Jahr 2011 ist die Berufsbezeichnung „Mediengestalter Flexografie“ im Berufsbildungsgesetz und in der Handwerksordnung festgeschrieben.

Das Berufsbild Flexograf

Die Geschichte der Flexografie

Die Geschichte der Flexografie reicht einige Jahrtausende zurück. Schon vor mehr als 3.000 Jahren nutzte man Ringe als Siegelabdruck. Erst Mitte des 15. Jahrhunderts kamen die ersten Prägestempel auf. Die Blütezeit der Flexografie begann dann mit der Herausgabe der ersten Briefmarken, die mittels Stempel entwertet werden mussten. Heutzutage sind Stempel verschiedenster Art aus unserem Umfeld nahezu unentbehrlich – man denke nur an den Adress- respektive Absenderstempel, den Datums-, den Posteingangs-, aber auch verschiedene Buchhaltungsstempel. Auch zur Entwertung von Briefmarken oder der elektronischen Freimachung von Postsendungen werden Stempelkörper verwendet. Diese müssen sämtlichst von Flexografen hergestellt werden.

Wissenswertes über das Berufsbild

Seit dem Jahr 1941 ist der Stempelmacher ein anerkannter Berufszweig. Fast alle Unternehmen dieser Branche gehören der „Bundesinnung für das Flexografenhandwerk“ an. Die Ausbildung zum Mediengestalter Flexografie läuft über insgesamt drei Jahre. Die Berufsausbildung umfasst unter anderem folgende Bereiche:

  • Arbeitsplanung,
  • Arbeitsorganisation,
  • Flexografie,
  • Gestaltungsgrundlagen,
  • Bildbearbeitung,
  • Datenhandling,
  • Produktionstechnik,
  • Gravur,
  • Herstellung der Formen,
  • Produktorientierte Gestaltung sowie
  • Kaufmännische Auftragsbearbeitung.

Weitere wichtige Bereiche, die in der Ausbildung umfassend behandelt werden, sind das Arbeits- und Tarifrecht, die Sicherheit sowie der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, Aspekte des Umweltschutzes, der Aufbau sowie die Organisation des jeweiligen Ausbildungsbetriebes sowie die Beratung von Kunden und die Kommunikation innerhalb und außerhalb des Unternehmens. 

Spätestens nach Abschluss des zweiten Lehrjahres muss eine Zwischenprüfung erfolgen. Ist diese mit Erfolg bestanden, folgt zum Ende des dritten Lehrjahres die Abschlussprüfung.

Insgesamt ist die Ausbildung dem eines Mediengestalters Digital und Print angelehnt.

Vorteile

Die Einsatzmöglichkeiten eines Flexografen sind sehr vielseitig. So können sie nicht nur bei der Herstellung von Stempeln, sondern auch bei der Gestaltung großflächiger Druckvorlagen, Visitenkarten, Briefvordrucken et cetera tätig werden.

Flexografen zeichnen aber nicht nur für die Herstellung von Stempeln und Flexodruckplatten in Stempelautomaten verantwortlich. Sie werden auch bei der Gestaltung von Firmenschildern, Vorlagen von Grafiken, Bildern sowie Manuskripten eingesetzt. Nicht nur Unternehmen, die sich auf die Herstellung von Stempeln spezialisiert haben, sondern auch Unternehmen der Verpackungsindustrie und Zeitungsverlage greifen auf die Dienste von Flexografen zurück.

Nachteile

Stempel und Schilder müssen natürlich sehr genau gefertigt werden. Die Anfertigung der Stempel und Schilder erfolgt zwar immer mehr computergesteuert, trotzdem müssen Flexografen auch selbst kreativ werden können. Kommt es beispielsweise zu einem Ausfall der Produktionsanlage oder zu einem längeren Stromausfall, ist es natürlich sinnvoll, wenn eingegangene Aufträge trotzdem von Hand erledigt werden können. Dafür bedarf es nicht nur Erfahrung, sondern auch handwerkliches Geschick,

Flexograf / Flexografin - Produkte

Flexografen zeichnen für die Herstellung einer Vielzahl von Produkten verantwortlich. Zu diesen Produkten gehören beispielsweise

  • Adress- und Absenderstempel in unterschiedlichen Größen,
  • Individuelle, auf das jeweilige Unternehmen angepasste Posteingangsstempel,
  • Verschiedenste Buchhaltungsstempel,
  • Kunstvolle Exlibrisstempel,
  • Eine Vielzahl an Schildern (beispielsweise Kfz-Kennzeichen, Hinweisschilder et cetera),
  • Die Gestaltung und Bedruckung von Planen und die Gravur von Pokalen,
  • Flexodruckplatten für große Stempelmaschinen sowie
  • Stempel zur Beschriftung von Folien.

Einsatzbereiche

Da Mediengestalter Flexografie vor allem in der Gestaltung von Vorlagen sowie der Herstellung von Flexodruckplatten geschult werden, deren Fertigung in den meisten Fällen über PC respektive Mac erfolgt, sind sie auch in vielen weiteren Berufszweigen einsetzbar. So können sie beispielsweise für die Gestaltung von Webseiten, aber auch in grafischen Abteilungen von Unternehmen, Agenturen und dergleichen mehr verantwortlich zeichnen. Ihr möglicher Einsatzbereich ist also sehr weit gefächert.

Da auch in Zukunft immer mehr Lebensmittel einer Kennzeichnungspflicht unterliegen, Unternehmen, Behörden und Privatpersonen sich zugleich durch den Einsatz von Stempelsystemen unterschiedlicher Art die Büroarbeit erleichtern möchten, aber auch im öffentlichen Raum weiterhin eine Vielzahl an Hinweisschildern benötigt und Kfz-Kennzeichen angefertigt werden, zugleich aber auch immer mehr Online-Portale eröffnet und gepflegt werden müssen, werden Mediengestalter Flexografie auch in Zukunft sehr gefragt sein.

Synonyme

Flexografie, Mediengestalter Flexografie, Flexograf, Flexografin, Flexoklischee, Flexodruckplatte, Stempelmacher, Zeitschrift Innovation und Technik


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