Fleischstempelfarbe

Bevor geschlachtetes Fleisch in den Verkauf gelangen kann, muss es mit einem Fleischbeschaustempel versehen und als genusstauglich eingestuft werden. Für die Aufprägung des Stempels wird spezielle Fleischstempelfarbe benötigt. Normale Tinte respektive Stempelfarbe, wie sie im Büro eingesetzt wird, ist dafür nicht geeignet, denn diese ist nicht lebensmittelecht.

Aufbau

Beim Aufbringen der Fleischbeschaustempel wird spezielle Fleischstempelfarbe verwendet. Diese muss allerdings der Richtlinie 94/36/EG Artikel 2 § (8) der Europäischen Union entsprechen. Als Farbstoffe dürfen deshalb nur

  • E 155 Braun HT,
  • E 133 Brillantblau FCF und
  • E 129 Allurarot AC

verwendet werden. Eine Mischung aus E 133 Brillantblau FCF und E 129 Allurarot AC ist ebenfalls möglich.

Alle weiteren Bestandteile der Farbe sind natürlich ebenfalls lebensmittelecht und in EU-Richtlinien genauestens festgelegt. Für Länder außerhalb der EU können auch violette oder schwarze Stempelfarben Verwendung finden.

Der für das Aufbringen notwendige Fleischbeschaustempel wird in der Regel mit einer Messing- oder Kautschukplatte versehen, aus der sich die Farbreste, aber auch andere Verschmutzungen leicht entfernen lassen.

Vorteile

Für die Kennzeichnung von Lebensmitteln dürfen nur bestimmte Farbstoffe verwendet werden. Aber auch die zusätzlichen Inhaltsstoffe unterliegen strengen Richtlinien und werden stetig überprüft. Auch die Stelle, an der das Fleisch mit lebensmittelechter Fleischstempelfarbe gekennzeichnet wurde, kann in der Regel verzehrt werden. Viele Menschen entscheiden sich aber dazu, diese Stelle zu entfernen.

Die Fleischstempelfarbe ist nicht nur lebensmittelecht, sondern zeichnet sich durch weitere Eigenschaften aus. So trocknet sie sehr schnell – meist binnen einer Minute – ein, die Farbabdrücke sind sehr kräftig und verschwinden auch nicht, wenn das Fleisch vom Schlachter mit einem harten Wasserstrahl abgespritzt wird.

Nachteile

Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben, aber auch der geforderten Lebensmittelechtheit und den einzuhaltenden Hygienestandards ist Fleischstempelfarbe etwas teurer als herkömmliche Tinte. Genau wie diese wird auch die Fleischstempelfarbe in unterschiedlichen Gebindegrößen – beispielsweise 50 ml, 250 ml und 1000 ml – angeboten.

Die Auswahl an entsprechenden Farbstoffen ist – zumindest innerhalb der EU – sehr gering. So können Schlachthöfe, Tierärzte und private Personen, die Tiere selbst schlachten, nur zwischen brauner, blauer und roter Tinte wählen. Für Lieferungen außerhalb der EU kann auch auf schwarze oder violette lebensmittelechte Tinte zurückgegriffen werden.

Fleischstempelfarbe - Nutzungsmöglichkeiten

Wie die Bezeichnung Fleischstempelfarbe bereits aussagt, kann diese nur zur Kennzeichnung von Lebensmitteln – hier vor allem von Fleisch – verwendet werden. Die Stempelfarbe muss strengen hygienischen, aber vor allem auch EU-Richtlinien, unter anderem der Richtlinie 94/36/EG Artikel 2 § (8), entsprechen. Die Herstellung der Farben wird daher engmaschig überwacht. Zudem haben sich auch nur einige wenige Unternehmen auf die Herstellung dieser Farben spezialisiert, so unter anderem die Marken Coloris und Raidex. Diese stellen im Übrigen nicht nur Fleisch-, sondern auch Eier- und Käsestempelfarbe her, für die die Richtlinie 94/36/EG Artikel 2 § (9) gilt.

Zum Auftragen dieser speziellen Stempelfarbe werden Filzplattenkissen empfohlen. Möglich ist aber auch die Nutzung von Soliplatten- und Coloris-Stempelkissen. Unter Umständen können auch Filz- und Schaumstoffrollen verwendet werden.  Gereinigt werden die Stempelplatten, die entweder aus Aluminium, Messing oder ölbeständigem Kautschuk bestehen, mit einem speziellen Verdünner.

Bevor das Tier geschlachtet werden kann, muss es erst einer ausführlichen Gesundheitskontrolle unterzogen werden. Fällt diese positiv aus, kann das Tier zum Schlachthof transportiert und dort geschlachtet werden. Danach erfolgt unter anderem die Kontrolle des Fleisches, bevor es der Weiterarbeitung zugeführt werden kann. Hat sich der Schlachter von der Genussfähigkeit des Fleisches überzeugt, wird ein entsprechender Fleischbeschaustempel unter Verwendung der dafür zulässigen Stempelfarbe aufgebracht.

Erfolgt die Schlachtung außerhalb des Schlachthofes oder ist eine Notschlachtung, beispielsweise auf dem Bauernhof, notwendig, kann auch ein Tierarzt den Genusstauglichkeitsstempel auf dem Fleisch anbringen. Ist das Fleisch für den Verzehr ungeeignet, muss es einen anderweitigen Stempelabdruck erhalten und der Vernichtung zugeführt werden.

Der Stempel selbst enthält im übrigen Daten zum Herkunftsland und die spezielle Kennnummer des Schlachthofes. Weitere Informationen zum Stempel selbst finden Sie in unserem Stempellexikon unter dem Begriff Fleischbeschaustempel.

Synonyme

Fleischstempelfarbe, Fleischbeschaustempel, Coloris Fleischstempelfarbe, Raidex Fleischstempelfarbe, Lebensmittelstempelfarbe, Lebensmittel Stempelfarbe, Pigmentstempelfarbe

Quellen

http://www.coloris.de/fpdf/datenblatt.php?prd=1034
http://ec.europa.eu/food/fs/sfp/addit_flavor/flav08_de.pdf


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