Fleischbeschaustempel

Bevor Fleisch zum Verzehr freigegeben werden kann, muss es von ausgewiesenen Fachleuten kontrolliert werden, damit unter anderem keine Körperteile hinzugefügt werden, die nicht für die Weiterverarbeitung vorgesehen sind. Die erfolgreiche Kontrolle wird durch das Aufbringen eines Fleischbeschaustempels dokumentiert.

Aufbau

In den meisten Fällen besteht der Fleischbeschaustempel – die auch als Stempel zur Kennzeichnung der Genusstauglichkeit bezeichnet werden - aus einem langen Kunststoffgriff und einer Textplatte aus Messing oder ölbeständigem Kautschuk. Die Buchstaben werden sehr großflächig in die Stempelplatte eingearbeitet, sodass sie nach jeder Nutzung leicht zu reinigen sind. Bei den Messingmodellen ist darauf zu achten, dass diese keinen Grünspan ansetzen.

Bei der Gestaltung der Stempel gilt es, einige Voraussetzungen zu erfüllen. So muss die Stempelfläche des ovalen Stempels mindestens 6,5 Zentimeter breit und 4,5 Zentimeter hoch ausfallen. Die Buchstaben selbst müssen mindestens 0,8 Zentimeter, die Zahlen mindestens 1,0 Zentimeter groß sein. Nur bei der Kennzeichnung von Lämmern und Ferkeln können kleinere Stempel verwendet werden.

Folgende Daten müssen im Stempelabdruck enthalten sein:

  • Herkunftsland (DE steht dabei beispielsweise für Deutschland, AT für Österreich),
  • Vollständige Veterinärkontrollnummer des Schlachthofes,
  • Die Kürzel CE, EC, EG, EF, EK oder EY, sofern der Stempel auf einem Schlachthof, welcher sich innerhalb des Gebiets der EU befindet, aufgebracht wird.

Wurden Tiere außerhalb eines Schlachthofes notgeschlachtet, muss dies mit einem anderen Stempelabdruck gekennzeichnet werden. Auch hier ist auf die Genussfähigkeit des Fleisches zu achten. Ist das Fleisch nicht mehr für den Genuss geeignet, muss es mit einem anderen Stempel gekennzeichnet und innerhalb einer vorgeschriebenen Frist vernichtet werden.

Vorteile

Durch das Aufbringen des Stempels wird die Genussfähigkeit des Fleisches bescheinigt. Das Aufbringen des Fleischbeschaustempels kann durch qualifizierte Mitarbeiter des Schlachthofes, aber auch durch einen Tierarzt erfolgen. Da die Stempelfläche entweder aus Messing oder aus Kautschuk besteht, lässt sie sich problemlos reinigen. Gleiches gilt auch für den Kunststoffgriff oder den Stiel des Hammers.

Vorteilhaft ist zudem, dass durch den aufgebrachten Stempel eine genaue Rückverfolgung zum Schlachthof möglich ist. Dem Stempel kann entnommen werden, wo genau das Tier geschlachtet wurde. Aus den Lieferverträgen des Schlachthofes kann dann entnommen werden, welcher Bauer das Tier angeliefert hat. 

Nachteile

Stempel zur Kennzeichnung der Genusstauglichkeit sind nur in eingeschränktem Maße einsetzbar. Sie können wirklich nur für die Kennzeichnung von Fleisch verwendet werden. Weitere Nutzungsmöglichkeiten sind – auch aus hygienischen Gründen – nicht möglich. Besonders erwähnenswert ist, dass die Stempel lebensmittelecht sein müssen.

Die Stempel sind auch stetig zu reinigen, um keine Bakterien auf anderes Fleisch zu übertragen und dieses letztendlich so ungenießbar zu machen. Vor allem bei den Stempelplatten aus Messing kann es zu Kupfer-2-Oxid Patina (Grünspan) kommen. Deshalb müssen diese Platten regelmäßig mit Bronze-, Kupfer- oder Messing-Reinigern gesäubert werden.

Wer einen solchen Stempel in Auftrag geben möchte, muss eine entsprechende behördliche Verwendungserlaubnis vorlegen.

Fleischbeschaustempel - Nutzungsmöglichkeiten

Wie der Name bereits besagt, werden Fleischbeschaustempel ausschließlich für die Kennzeichnung von genusstauglichem Fleisch verwendet. Für kleinere Tiere wie beispielsweise Lämmer und Ferkel können kleinere Stempelmodelle zur Anwendung kommen. Handelt es sich um Fleisch von Wildtieren, muss dieses durch einen besonderen Stempel gekennzeichnet werden. Gleiches gilt für Notschlachtungen, die außerhalb von EU-Schlachthöfen erfolgen.

Fleischbeschaustempel können sowohl von Mitarbeitern des Schlachthofes als auch von Tierärzten aufgebracht werden. Bevor das Tier allerdings geschlachtet werden darf, muss es einer Gesundheitskontrolle unterzogen werden. Erst wenn diese positiv ausgefallen ist, darf das Tier geschlachtet werden. Bei der Kontrolle des so gewonnenen Fleisches wird dann der Stempel für die Kennzeichnung der Genusstauglichkeit aufgebracht.

Die Herstellung der Fleischbeschaustempel liegt in der Hand weniger Unternehmen. Diese müssen behördlicherseits für die Herstellung dieser Stempel zugelassen sein. Auch bei der Herstellung der Fleischstempelfarbe müssen eine Vielzahl an Kriterien, die von der EU festgelegt wurden, Beachtung finden. Diese werden in 94/36/EG Artikel 2 § (8) genauer aufgeführt. Verwendet werden können beispielsweise Rot- und Blautöne, aber auch violette Stempelfarbe.

Wurden Fleischstücke als nicht genusstauglich deklariert, so bekommen sie anstelle eines ovalen einen dreieckigen Stempelaufdruck. Dieser enthält die Daten der untersuchenden Behörde. Soll das Fleisch beseitigt werden, so erhält es einen viereckigen Stempelabdruck, der wiederum ein rotes Dreieck zeigt. Diese Stempel sind 5 Zentimeter breit und 4,3 Zentimeter hoch und enthalten ebenfalls die Bezeichnung der untersuchenden Behörde. 

Synonyme

Fleischbeschaustempel, Fleisch Stempel, Messing Stempel, Kennzeichnung Genussfähigkeit, Genussfähigkeitsstempel, Schlachthof Stempel,


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