Faksimilestempel

Der Begriff Faksimile stammt ursprünglich aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „mache es ähnlich“. Es handelt es sich um eine originalgetreue Kopie, die anhand einer Vorlage erstellt wird. Bei einem Faksimilestempel handelt es sich um eine spezielle Stempelform, die eine originale Unterschrift wiedergibt. Es wird in diesem Fall eine Kopie der eigenhändigen Unterschrift des Auftraggebers auf die Stempelplatte übertragen. Um einem Missbrauch vorzubeugen, muss der Auftraggeber bei der Unterschriftsleistung persönlich anwesend sein. Die Unterschrift muss mit schwarzem Füllhalter, Faserschreiber oder Kugelschreiber auf weißen Papier geleistet werden.

Ein technisch ausgereifter Unterschriftenstempel lässt auf den ersten Blick keinen Unterschied zu einer original geleisteten Unterschrift erkennen. Allerdings wird eine mit einem solchen Stempel geleistete Unterschrift bei näherer Betrachtungsweise schnell darüber Auskunft geben, dass es sich nicht um eine eigenhändig geleistete Unterschrift handelt.

Besonders interessant ist auch, dass sich der Begriff Telefax respektive dessen Kurzvariante Fax ebenfalls aus dem Begriff Faksimile ableitet, da es sich um eine Kopie handelt, deren Original auf elektronischem Wege übertragen wurde.

Aufbau

Faksimilestempel gibt es – wie andere Stempelarten auch – in ganz unterschiedlichen Ausführungen. Die günstigste Variante stellen Holzstempel dar, die mit einer Gummiplatte versehen sind. Zur Anwendung bedarf es eines separaten Stempelkissens, was vor allem dann nachteilig ist, wenn der Stempel an unterschiedlichen Orten zum Einsatz kommt. In einem solchen Fall empfehlen sich Modelle mit einem integrierten Stempelkissen, die im Übrigen als Selbstfärbestempel bezeichnet werden.

Als Stempelautomat

Bei einem sogenannten Selbstfärberstempel handelt es sich um einen Stempelkörper aus Kunststoff, dessen Stempelplatte genau wie beim Holzstempel aus Gummi besteht. Der Schriftzug wurde hier in der Regel mittels Laserverfahren übertragen. Das integrierte Stempelkissen lässt sich bei Bedarf leicht herausnehmen und mit Stempelfarbe nachfüllen. Einfacher ist es jedoch, das gesamte Stempelkissen auszutauschen, denn die Stellen des Kissens, die immer wieder mit den Buchstaben beziehungsweise Schriftzügen in Berührung kommen, sind durch die mehr als Tausend Stempelabdrücke einer stärkeren Beanspruchung ausgesetzt.

Die Handhabung der Selbstfärberstempel ist einfach, zumal sie gut in der Hand liegen. Gerade das ist ein wichtiger Aspekt, wenn Massensendungen mit einem Faksimilestempel versehen werden sollen.

Vorteile

Faksimilestempel bergen zahlreiche Vorteile in sich. Der größte Vorteil liegt sicher in der Zeitersparnis, zumal auch eine dritte Person mit dem Aufbringen des Stempels beauftragt werden kann. Derartige Stempel werden heutzutage in verschiedensten Branchen angewendet, zumal die durch den Faksimilestempel aufgestempelte Unterschrift auf den ersten Blick wie echt wirkt. Durch verbesserte Herstellungsverfahren der Stempel sowie den Einsatz hochwertiger Tinten ist ein Unterschied nur auf den zweiten Blick auszumachen. Der angeschriebene Adressat nimmt deshalb das Anschreiben als persönlich wahr, was seine Wirksamkeit in beachtlichem Maße erhöhen kann.

Nachteile

Ein Faksimilestempel hat zahlreiche Vorteile, doch gibt es einige Aspekte, die unbedingt beachtet werden sollten. Dadurch, dass ein solcher Stempel praktisch die Unterschrift des Besitzers trägt, können damit betrügerische Handlungen vorgenommen werden, wenn der Faksimilestempel in falsche Hände gerät. Auch, wenn diese „Unterschrift“ keine Rechtsgültigkeit besitzt, können sich aus der Anwendung mit betrügerischer Absicht viele Nachteile und Probleme ergeben. Deshalb sollte strikt darauf geachtet werden, dass der Faksimilestempel bei Nichtbenutzung weggeschlossen wird. Der beste Platz dafür ist ein Tresor oder eine kompakte Schublade mit einem resistenten Schloss. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass der Stempel wirklich nur von berechtigten Personen genutzt wird. Bestenfalls nutzt ihn der Unterschreibende selbst, um sich die Arbeit zu erleichtern.

Außerdem ist daran zu denken, dass ein Faksimilestempel keinen Ersatz für eine eigenhändige Unterschrift darstellt. Urkunden, die mit einem solchen Stempel „unterschrieben“ wurden, besitzen also keine Rechtsgültigkeit. Es bleiben demzufolge nach wie vor Schriftstücke, die eigenhändig durch den Unterzeichner unterschrieben werden müssen. Dazu zählen unter anderem verschiedenste Verträge, Kündigungsschreiben, Vollmachten und Rezepte für Arzneimittel.

Faksimilestempel - Nutzungsmöglichkeiten

Faksimilestempel sind sehr hilfreich, wenn es darum geht, Massensendungen mit einer Unterschrift zu versehen. Das kann beispielsweise bei Serienbriefen oder bei Werbesendungen der Fall sein, bei denen vermittelt werden soll, dass der Absender eigenhändig unterschrieben hat. Jeder, der tatsächlich schon einmal mehrere Tausend Briefe unterschreiben musste, weiß, dass dies nicht nur zeitaufwendig, sondern auch Nerven raubend ist. Spätestens dann zahlt sich ein Faksimilestempel aus.

In früheren Zeiten wurden Faksimilestempel oft von hochgestellten Persönlichkeiten verwendet, da häufige Unterschriftsleistungen durch Einzelpersonen kaum abgeleistet werden mussten. Im Zeitalter des Computers sind fast alle in der Lage, größere Auflagen von Anschreiben beispielsweise für Werbezwecke zu entwerfen und auszudrucken. Deshalb kam dem Faksimilestempel in den vergangenen 20 Jahren eine immer höhere Bedeutung in Unternehmen zu. Allerdings hat dieses praktische Hilfsmittel auch in Privathaushalten Einzug gehalten.

Synonyme

Faksimilestempel, Faksimile-Stempel, Unterschriftenstempel, Selbstfärbestempel, Faksimile Stempel, Holzstempel,


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