Einschreibe- und Paketpostfreistempel

Einschreibestempel und Paketpostfreistempel gehören zu den sogenannten Freistempeln. Damit werden in den verschiedenen Filialen der Postunternehmen Brief- und Paketsendungen frei gestempelt. Bei diesen Stempeln handelt es sich um einen Maschinenstempel ohne Werbeaufdruck. In Firmen verwendete Frankiermaschinen für die reine Portozahlung können individuelle Werbedrucke enthalten. Einschreibestempel und Paketpostfreistempel ersetzen die entsprechenden Brief- bzw. Paketmarken. Sie werden deshalb auch als Freimarkenstempler bezeichnet.

Als Einschreibe- und Paketpostfreistempel werden Stempelabdrücke bezeichnet, die statt Briefmarken auf die Postsendung gedruckt werden. Mit dieser Stempelart wird anstelle von Briefmarken das im Voraus bezahlte Porto bescheinigt. Zum Aufbringen des Stempels werden Frankiermaschinen benötigt, die in größeren Betrieben vielfach mit der EDV-Anlage gekoppelt sind. Es handelt sich hierbei also um einen rein maschinellen Stempel. Demgegenüber können Absenderfreistempel neben der Verwendung in Unternehmen auch in der privaten Postorganisation zum Einsatz kommen, wobei sie im Gegensatz zu herkömmlichen Postwertzeichen auch Werbung beinhalten können.

Aufbau

Sowohl der Einschreibestempel als auch der Paketpostfreistempel kommen meist in Form von Stempelautomaten zum Einsatz. Es gibt aber auch noch vereinzelt Handstempel aus Holz mit einer Gummiplatte. Die Form des Stempelabdrucks ist entweder rund oder rechteckig. Wenn ein Stempel interessante Motive enthält, hat er auch einen gewissen Wert für Sammler.

Absenderfreistempel beinhalten immer den Vermerk „Entgelt bezahlt“. Dieser ist zwingend notwendig, um die entrichteten Gebühren nachzuweisen. Zusätzlich kann der Stempel Werbung beinhalten, wie beispielsweise den Firmennamen, jedoch politische Werbung und Orientierungen nur, deren Inhalt für die Allgemeinheit tragbar ist. Die Genehmigung hierüber erteilt ausschließlich die Deutsche Post. In ihrer Gestaltung präsentieren sich Freistempelabdrucke sehr unterschiedlich, beinhalten neben dem Wertstempel, aber auch den Orts- und Datumsstempel. In den Wertstempel integriert wird die entsprechende Landesbezeichnung, sowie die Bezeichnung der mit der Beförderung beauftragten Postanstalt. Zunächst war die Farbe Rot für den Stempelabdruck vorgeschrieben. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist wegen ihrer besseren Lesbarkeit aber auch die Farbe Blau zulässig und verbreitet.
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Eine Frankiermaschine, die Einschreibe- und Paketpostfreistempel aufdruckt, besteht aus einem Kunststoffgehäuse. Auf der einen Seite ist ein Spalt, in den der Brief eingelegt wird. Dann wird entweder mechanisch über die manuelle oder über die digitale Eingabe der entsprechende Wert eingestellt. Die digitalen Geräte verfügen über ein Display, auf dem die Eingaben kontrolliert werden können. Es gibt auch Geräte, die auf Papierbänder stempeln, welche dann entsprechend auf den Brief oder das Paket aufgeklebt werden. Manche der Stempel- bzw. Frankiermaschinen sind noch mit einer integrierten Waage ausgestattet, damit das Gewicht des Briefes ermittelt werden kann. So ist die korrekte Porto-Frankierung möglich.

Vorteile

Wenn ein Einschreibestempel oder Paketpostfreistempel vorhanden ist, müssen nicht ständig Briefmarken nachgekauft werden. Auch der Vermerk „Einschreiben“ von Hand entfällt. Es kann in der Postfiliale direkt freigestempelt werden. Die Gefahr des Zerstörens wie bei einer Briefmarke (abgerissen Zacken et cetera) besteht nicht. Die Sendungen werden alle zusammen bezahlt. Es muss also kein Kleingeld gesammelt werden, um jede Sendung einzeln zu bezahlen. Zudem ist kein Missbrauch des Stempels möglich, da Einschreibe- und Paketpostfreistempel lediglich in den Postämtern, den Filialen, in privaten Postannahmestellen sowie bei privaten Postdienstleistern eingesetzt werden. So können sie nicht in falsche Hände gelangen.

Innerhalb eines kurzen Zeitraumes kann mit dem Absenderfreistempel eine Vielzahl von Postsendungen mit dem Freistempelvermerk als bezahlt entwertet werden. Diese Art von Stempel sind im Rahmen der maschinellen Vorsortierung der Poststellen leichter lesbar, sodass Postsendungen zuverlässig und schnell beim Empfänger ankommen können.

Durch Freistempel (inklusive der dazu benötigten Frankiermaschine) wird der Zeitaufwand, der früher für das Frankieren von Postsendungen benötigt wurde, enorm verkürzt, denn es entfällt das Trennen der Briefmarken aus den Bogen oder das Abreißen von der Rolle sowie das Aufkleben der Postwertzeichen. Ebenso entfallen das aufwendige, händische Abstempeln sowie die manuelle Abrechnung wie bei der Verwendung eines Infopost Stempel. Heute ist die Teilnahme am Freistempelverfahren für jedermann auch ohne Frankiermaschine möglich.

Mittels Computer und Drucker können auch Privatpersonen das exakt benötigte Porto auf spezielle Aufkleber oder direkt auf den Brief drucken. Sowohl für Firmen und sonstige Organisationen, wie auch Privatpersonen entfällt der vorsorgliche Kauf von Postwertzeichen. Freistempel werden, wenn auch von Sammlern vielfach abgelehnt, als wichtiger Meilenstein auf dem Weg der Automatisierung des Postwesens angesehen und auch oder gerade in Zeiten zunehmender Automatisierung weiter an Bedeutung gewinnen.

Nachteile

Es muss genügend Bargeld oder ausreichende Kontodeckung vorhanden sein, um eine größere Menge Sendungen auf einen Schlag zu bezahlen. Alternativ bieten sich Geräte mit Vorauszahlmöglichkeit an, bei denen die jeweilige Sendung abgerechnet wird, bis der Firmenaccount leer ist. Hier muss nur rechtzeitig daran gedacht werden, den Account in der Frankiermaschine wieder mit Geld aufzuladen. Zumindest lässt sich mit der Frankiermaschine das einfache Briefporto aufdrucken, was über das Firmenkonto abgerechnet und automatisch der Buchhaltung bzw. der richtigen Kostenstelle zugeordnet wird. Sonderserviceleistungen wie beispielsweise Einschreiben können diesem Konto allerdings nicht so einfach zugeordnet werden. Es müssen beispielsweise Quittungen für die Buchhaltung ausgestellt werden.

Ein weiterer Nachteil von Frankiermaschinen mit Freistempeln liegt darin begründet, dass die Briefsendungen, wenn sie nicht richtig anliegen, zerknittern oder gar einreisen können. In diesem Fall ist es notwendig, das Schriftstück noch einmal auszudrucken, zu unterschreiben und versandfertig zu machen.

Besonders von Briefmarkensammlern werden die Freistempel vielfach abgelehnt, da sie ausschlaggebend dafür sind, dass Briefmarken nach und nach aus dem täglichen Postversand verschwinden. Jedoch gibt es inzwischen auch viele Sammler von Freistempeln, besonders Heimat- und Motivsammlern schätzen diese Art von Stempel. Noch stärker als dies bereits in der Vergangenheit geschah, tragen Freistempel dazu bei, dass modernes Postwesen weiter automatisiert wird.

Einschreibe- und Paketpostfreistempel - Nutzungsmöglichkeiten

Einschreibe- und Paketpostfreistempel kommen vor allem

  • In Postämtern,
  • In Filialen der Post,
  • Bei privaten Postzustelldiensten sowie
  • In privaten Postannahmestellen

zum Einsatz. Kurz gesagt nutzen alle die Postunternehmen Einschreibe- und Paketpostfreistempel, da bei ihnen entsprechend viele Einschreibe- und Paketsendungen frankiert werden müssen. Der Begriff Freistempel besagt, dass das Porto entsprechend für alle Sendungen bezahlt worden ist. Dies kann mit Bargeld oder Karte geschehen.

Private Postzustelldienste berechnen ein anderes Porto als die Postämter und -filialen. Das kann auch bei Paketen und Servicediensten, beispielsweise bei Einschreiben, der Fall sein. Entsprechend werden für diese Firmen spezielle Einschreibe- und Paketpostfreistempel angefertigt. Häufig sind diese mit Werbung für den jeweiligen Postzustelldienst versehen.

Doch Einschreibe- und Paketpostfreistempel sind längst nicht alle Freistempler-Arten. Neben dem Einschreibe-Freistempel und dem Paketpost-Freistempel sind noch folgende Modellvarianten im Einsatz:

Bei Postorganisationen:

  • Hand-Postfreistempel,
  • Handroll-Postfreistempel,
  • Maschinen-Postfreistempel (als Band-, Lang-, Fahnen- oder Halbstempel),
  • Selbstbedienungsautomaten-Freistempel (Münzfreistempel),
  • DV-Freimachung,
  • Nachportostempel und
  • Schalterfreistempel.

Beim Postkunden:

  • Absenderfreistempel,
  • DV-Freimachung,
  • PC-Freimachung (Internetfreimachung) sowie
  • Freimarkenstempler und Absenderstempel.

Weiterhin gibt es noch die Möglichkeit der Barfreimachung in Form von „Entgelt-bezahlt-Vermerken“.  Letztere finden in Behörden, bei Vereinen, Verbänden, Organisationen, KMU, Großunternehmen sowie Privatpersonen ihren Einsatz.


Synonyme

Freimarkenstempler, Einschreibestempel, Poststempel, Freistempler, Freistempel, Freimarkenstempel, Frankierstempel, Absenderstempel, Paketpostfreistempel, Einschreibefreistempel, Einschreibepostfreistempel,


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