Dienstsiegel

Dienstsiegel kennzeichnen zum Beispiel die Originalität von Dokumenten bei Beglaubigungen. Sie erfüllen aber auch noch andere wichtige Funktionen. Nicht nur auf Schriftstücken finden sich Dienstsiegel. Zum Führen eines Dienstsiegels sind bestimmte Körperschaften des öffentlichen Rechts befugt. Es gibt dazu einen gesetzlichen Erlass, wer genau welche Form des Dienstsiegels führen und zu welchem Anlass es verwendet werden darf. Welche Einrichtungen dies im Einzelnen sind, die Dienstsiegel verwenden dürfen, und wozu diese Siegel noch genutzt werden, dazu mehr in diesem Beitrag.

Aufbau

Für die Anfertigung der Dienstsiegelstempel gibt es spezielle Richtlinien und Verordnungen. Durch diese wird genau geregelt, was auf einem Dienstsiegel stehen darf. Aber auch die Form, die Größe und die Schriftart werden genau vorgegeben. Die runden Stempel dürfen nur angefertigt werden, wenn eine amtliche Bescheinigung dazu vorliegt.

Dienstsiegel - Material

Dienstsiegel bestehen aus Polymeren, Gummi oder Metall (meist Messing). Farbdrucksiegel sind hierbei am gebräuchlichsten. Sie finden sich am ehesten als Behörden-, Kirchen-, Schul- oder Bundeswehrsiegel. Andererseits gibt es auch Prägesiegel, die ins Papier eingeprägt werden und farblos sind. Sie werden beispielsweise von Notaren verwendet.

Verschlusssiegel - Material

Verschlusssiegel werden auf Siegelwachs aufgebracht, beispielsweise dann, wenn die Polizei eine Tür versiegelt. Häufig geschieht das dann, wenn eine Straftat verübt wurde. Aber auch aus anderen Gründen können Türen von Amts wegen verschlossen werden. Diese dürfen dann nicht durchbrochen werden, weil dies nach dem Gesetz in Deutschland als Siegelbruch strafbar ist. Im Strafgesetzbuch (StGB) ist dies im § 136 festgelegt.

Vorteile

Dienstsiegel verleihen einem Schriftstück eine besondere Wichtigkeit. Sie kennzeichnen die Originalität von Dokumenten, zum Beispiel bei Beglaubigungen. Dabei sind Dienstsiegel leicht aufzubringen. An der Art des Siegels lässt sich die Behörde, Schule etc. ablesen. Dienstsiegel, die zum Verschließen verwendet werden, dienen der Sicherheit. Sie dürfen nicht beschädigt oder aufgebrochen werden.

Nachteile

Die Bestellung und Herstellung eines Dienstsiegels ist aufwendig. Es müssen genaue Vorschriften eingehalten werden. Außerdem darf erst mit amtlicher Bescheinigung ein solcher Rundstempel angefertigt werden. Nicht jeder Mitarbeiter der Behörde darf die Siegel nutzen, hier sind die Personen, die eine Nutzungsberechtigung haben, in einem Dokument erfasst. Da jedes Dienstsiegel eine eigene Nummer hat, kann dieses einem bestimmten, eng eingegrenzten Nutzerkreis zugeschrieben werden. Vorgeschrieben sind auch die Einsatzmöglichkeiten der Siegel.

Dienstsiegel - Nutzungsmöglichkeiten

Dienstsiegel dürfen nur von einem engen Personenkreis verwendet werden. Dazu gehören unter anderem

  • Steuerberater und Wirtschaftsprüfer,
  • Notare,
  • Beschäftigte der Gerichtsbarkeit,
  • Mitarbeiter von Behörden (beispielsweise Stadt- und Gemeindeverwaltungen, Bezirks- und Landesregierungen),
  • Mitarbeiter in Ämtern (beispielsweise Standesamt, Einwohnermeldeamt, Jugendamt),
  • Mitglieder beziehungsweise Mitarbeiter der Bundeswehr und des Zolls,
  • Gerichtsvollzieher,
  • Bürgermeister und Landräte,
  • Die Bundesregierung, 
  • Mitarbeiter der Polizei.

Gerichte, Behörden und Ämter verwenden Dienstsiegel. Aber auch Steuerberater, Notare und Gerichtsvollzieher dürfen solche Siegel nutzen. Weitere zur Führung eines Dienstsiegels befugte Stellen sind zum Beispiel die Bundeswehr, Schulen oder das Standesamt, aber auch manche Berufsgruppen. Auf behördlichen Urkunden wird mittels Dienstsiegel beglaubigt, dass die Unterschrift des unterzeichnenden Beamten ein Original und keine Kopie ist. So sind solche Siegel auf Schulzeugnissen zu finden, auf Eheurkunden oder auf Notarverträgen, unter Steuerunterlagen und auf diversen anderen behördlichen Schriftstücken.

Ebenfalls werden die Siegel dazu genutzt, eine Sache zu verschließen, beispielsweise in Form einer Zollplombe. Auch an Wohnungen finden sich Dienstsiegel, welche beispielsweise nach einem Einbruch an der Tür angebracht werden. Die Beschädigung, Unkenntlichmachung oder Ablösung von Dienstsiegeln steht als Siegelbruch unter Strafe (§ 136 StGB).

In der Gerichtsbarkeit werden beispielsweise Strafbefehle, Urteile, Beschlüsse sowie deren Ausfertigungen mit einem Dienstsiegel versehen. Auf Kopien wird durch das Aufbringen eines speziellen Stempels und des Dienstsiegels beispielsweise die Richtigkeit der Abschrift bestätigt. Aber auch für notarielle Beglaubigungen oder Beglaubigte Kopien werden Dienstsiegel benötigt.

Synonyme

Dienstsiegel, Siegelstempel, Dienstsiegelstempel, Siegel, Prägesiegel, Urkundenstempel, Amtsstempel, Behördenstempel, Bundessiegel, Rundstempel, Wirtschaftsprüfer Siegel, Prägestempel, Notarstempel

Häufig gestellte Fragen zum Thema Dienstsiegel:

Wer darf ein Dienstsiegel führen?, Dienstsiegel Aufbewahrung


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